Qualitätsmanagement: Unerlässliches Arbeitsfeld in der Zukunft
Das Handlungsfeld "Qualitätsmanagement" bildet seit einigen Jahren einen Arbeitsschwerpunkt der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege.
Im Jahr 2001 hatte der BAGFW-Vorstand eine Projektgruppe eingesetzt mit dem Ziel, die Zusammenarbeit der Wohlfahrtsverbände und die Koordination in Fragen des Qualitätsmanagements zu verstärken, um Synergieeffekte zu erzielen und ein evtl. gemeinsames Vorgehen bei der Umsetzung der einzelverbandlichen QM- und Zertifizierungsvorhaben bzw. Aktivitäten zu erreichen.
Bei einer Fachtagung im Jahr 2002 arbeiteten Fachkräfte der Wohlfahrtsverbände auf Bundesebene in Fragen des Qualitätsmanagements und aus den Bereichen der Fachpolitik sowie Entscheidungsträger der Verbände wesentliche Diskussionsergebnisse heraus, die letztlich vom BAGFW-Vorstand gebilligt wurden. Die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege einigten sich darauf, künftig auf dem Handlungsfeld Qualitätsmanagement ihre Kräfte stärker zu bündeln. Durch eine verlässliche Kooperation sollen arbeitsfeldübergreifend wohlfahrtspflegerische Leistungs- und Qualitätsziele, -anforderungen und -verfahren vereinbart werden. Diese dienen als Grundlagen für die weitere Entwicklung in den jeweiligen Arbeitsfeldern. Die Einigung der Wohlfahrtsverbände in dieser Frage bedeutete einen großen Schritt hin zu verbindlicheren Qualitätsanforderungen. Der damalige Präsident Gohde erklärte dazu: "Mit diesen verbindlichen Qualitätsanforderungen wollen wir zum einen eine Garantiezusage an die Nutzerinnen und Nutzer sozialer Dienste und Einrichtungen der Verbände sowie an die Kostenträger geben. Zum anderen wollen wir der Politik und der Öffentlichkeit zeigen, dass die Freie Wohlfahrtspflege es versteht, Qualität in transparenten Prozessen zu gestalten, weiterzuentwickeln, in die Praxis umzusetzen und sich danach auch extern überprüfen zu lassen. Die BAGFW wird dabei eine stärkere Rolle als bisher einnehmen. Qualitätsmanagement schafft Transparenz, Verbindlichkeit und Überprüfbarkeit."
Der Vorstand der BAGFW hat inzwischen einige grundlegende Beschlüsse gefasst, die die QM-Politik und die Qualitätsziele beschreiben und diese bis auf die Ebene der Überprüfbarkeit operationalisieren (siehe Rubrik links Grundsatzpapiere der BAGFW).
Das Einbringen der QM-Politik, der Aktivitäten und Erfahrungen der BAGFW in die Fachdiskussionen und die laufenden Verfahren der Rechtssetzung zur Qualitätssicherung, zum Qualitätsnachweis und zum Qualitätsmanagement in den verschiedenen Arbeitsfeldern bildet nach wie vor einen Schwerpunkt der QM-Arbeit der BAGFW.
Die isolierte arbeitsfeldspezifische Diskussion und Verhandlung von Fragen der Leistungsqualität, des Qualitätsnachweises, der Qualitätsprüfung sowie die je unterschiedlichen Definitionen von Qualitätsmanagement birgt die Gefahr in sich für jedes Arbeitsfeld eigene Qualitätssysteme und -konzepte zu etablieren. Hiermit wäre ein schmerzhafter Ressourcen- und Profilverlust der Freien Wohlfahrtspflege verbunden. Dieser Tendenz der Zersplitterung gilt es entgegen zu wirken, indem die QM-Politik der Freien Wohlfahrtspflege als konsentierte Basis der Spitzenverbände auf Bundesebene überall da eingebracht wird, wo grundlegende Regelungen zur Qualitätssicherung, zum Qualitätsnachweis, zur Qualitätsprüfung etc. erarbeitet werden.
Dieses Ziel wird verfolgt durch die Mitarbeit in entsprechenden Gremien, durch die Beteiligung an Veranstaltungen und Kongressen, durch Veröffentlichungen und durch die Erarbeitung von Stellungnahmen.
Das vom BMG und BMFSFJ geförderte Modell-Vorhaben "Entwicklung und Erprobung von Instrumenten zur Beurteilung der Ergebnisqualität in der stationären Altenhilfe" (Laufzeit Dezember 2008 - November 2010) geht auf die Initiative der BAGFW zurück.
Seit Mitte 2003 sind in der Geschäftsstelle der BAGFW in Berlin eine Referentin und eine Sachbearbeiterin eingesetzt worden, die die operativen Aufgaben erledigen. Als Beratungsgremium fungiert weiterhin laufend der Ausschuss QM der BAGFW.
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